Babyboomer-Jahrgänge: Welche Geburtsjahre zählen dazu?
Je nach Definition zählen die Jahrgänge 1954 bis 1969 oder 1957 bis 1968 zu den Babyboomern. Der größte ist 1964 mit 1,36 Mio. Geburten.

Zu den Babyboomern zählen in Deutschland je nach Definition die Jahrgänge 1954 bis 1969 (Institut der deutschen Wirtschaft) oder 1957 bis 1968 (Statistisches Bundesamt). Der geburtenstärkste Babyboomer-Jahrgang ist 1964: Es kamen 1.357.304 Kinder zur Welt, gerundet 1,36 Mio.
Die Spanne ist keine Ungenauigkeit einzelner Autoren. Die Generation wird nirgends gesetzlich abgegrenzt, sondern von Statistikern, Forschungsinstituten und Marketingabteilungen jeweils nach eigenem Zweck festgelegt. Die Tabelle weiter unten zeigt für einzelne Jahrgänge, wann die Regelaltersgrenze erreicht wird.
Welche Jahrgänge sind Babyboomer? Kurzantwort und drei Definitionen
Das Statistische Bundesamt grenzt die Babyboomer in seiner Analyse eng auf die Jahrgänge 1957 bis 1968 ab. In diesen zwölf Jahren kamen zusammen 15,3 Mio. Kinder zur Welt (Destatis, WISTA 01/2024). Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln fasst weiter: 1954 bis 1969, jeweils mit mindestens 1,1 Mio. Neugeborenen in Westdeutschland. Das IW zählt dazu über 19 Mio. Menschen (IW-Kurzbericht 39/2026).
International gilt eine dritte Spanne. In den USA und in der Schweiz werden die Jahrgänge 1946 bis 1964 als Boomer bezeichnet. In Deutschland setzte der Geburtenanstieg wegen der Kriegsfolgen später ein, nämlich Mitte der 1950er Jahre (Wikipedia, IW Köln).
| Quelle | Von | Bis | Länge |
|---|---|---|---|
| International/USA | 1946 | 1964 | 19 Jahre |
| IW Köln | 1954 | 1969 | 16 Jahre |
| Schnetzer (zitiert nach Wikipedia) | 1955 | 1964 | 10 Jahre |
| Destatis | 1957 | 1968 | 12 Jahre |
Für Fragen zu Rente, Pflege und Demografie in Deutschland sind die Definitionen von IW und Destatis maßgeblich. Die Spanne 1946 bis 1964 stammt aus den USA und passt nicht auf die deutsche Geburtenentwicklung. Die Jahrgänge 1946 bis 1953 werden in Deutschland weder vom IW noch von Destatis zu den Boomern gezählt.
Warum 1964? Der geburtenstärkste Jahrgang in Zahlen
Der Jahrgang 1964 ist der Gipfel der Welle. Das Statistische Bundesamt nennt 1,36 Mio. Kinder, die exakte gesamtdeutsche Zahl (rückgerechnet aus BRD und DDR) beträgt 1.357.304 (nach Destatis). Das IW rundet auf 1,4 Mio.
Beim Vergleich von Zahlen ist Vorsicht nötig: Die oft zitierten 1.065.437 Geburten gelten nur für die alte Bundesrepublik, nicht für Gesamtdeutschland (Wikipedia, nach Destatis). Wer beide Werte nebeneinander sieht, vergleicht Äpfel mit Birnen.
Eine eigene Rechnung zeigt, wie ausgeprägt die Spitze ist: Im Destatis-Zeitraum 1957 bis 1968 kamen 15,3 Mio. Kinder zur Welt, das sind im Schnitt 1,275 Mio. pro Jahr (15,3 ÷ 12). Der Jahrgang 1964 liegt mit 1,357 Mio. rund 6 % darüber (1,357 ÷ 1,275 ≈ 1,06). Die Boomer-Jahre waren also insgesamt geburtenstark, 1964 war der höchste Punkt davon.
Pillenknick: Wann und warum die Geburten sanken
Nach 1964 gingen die Geburtenzahlen zurück. Die Antibabypille ist in Deutschland ab 1961 zugelassen. Der sogenannte Pillenknick setzte in der Bundesrepublik 1968 ein, als die Zahl der Geburten unter eine Million fiel (Wikipedia). Die oft genannte Jahreszahl 1965 für die Einführung der Pille ist damit nicht richtig.
Das IW weist darauf hin, dass der Geburtenrückgang primär auf einen gesellschaftlichen Wertewandel zurückgeht und nicht allein auf die Pille (IW-Kurzbericht 39/2026). Die Verhütung war ein Faktor unter mehreren.
Boomer, Gen X und Co.: Welche Jahrgänge gehören zu welcher Generation?
Die gängigen Generationenbezeichnungen stammen aus der Marketing- und Trendforschung und sind nicht amtlich. Nach dem verbreiteten Raster gelten:
| Generation | Jahrgänge |
|---|---|
| Babyboomer (international) | 1946–1964 |
| Generation X | 1965–1979 |
| Generation Y (Millennials) | 1980–1995 |
| Generation Z | 1996–2010 |
Dieses Raster kollidiert mit der deutschen Statistik: Die Jahrgänge 1965 bis 1969 sind nach IW-Definition noch Babyboomer, im Marketing-Raster aber bereits Generation X. Wer Jahrgang 1967 ist, kann je nach Quelle also beides sein. Für Deutschland nennt Wikipedia mit Verweis auf Schnetzer abweichend 1955 bis 1964 für die Boomer, ebenfalls mit Generation X ab 1965.
Die Generation ab 1970 hat damit keinen einheitlichen Namen. Im Marketing-Raster zählen die Jahrgänge 1970 bis 1979 zur Generation X. Die Jahrgänge ab 1970 sind in Deutschland amtlich keiner eigenen Generation zugeordnet.
Wann gehen die Babyboomer in Rente? Tabelle nach Jahrgang
Die Regelaltersgrenze steigt seit 2012 schrittweise, beginnend mit dem Jahrgang 1947. Für alle ab 1964 Geborenen beträgt sie 67 Jahre (Deutsche Rentenversicherung). Frühere Boomer-Jahrgänge liegen in der Staffelung: 1960 bei 66 Jahren 4 Monaten, 1961 bei 66 Jahren 6 Monaten, 1962 bei 66 Jahren 8 Monaten und 1963 bei 66 Jahren 10 Monaten (nach Angaben der HanseMerkur, Grundlage ist § 235 SGB VI).
Der Jahrgang 1964 erreicht die Regelaltersgrenze 2031, der jüngste Boomer-Jahrgang 1969 im Jahr 2036 (TK, IW). Daraus folgt die Tabelle. Bei den Jahrgängen vor 1964 ist der Zeitpunkt wegen der Staffelung gegenüber „Geburtsjahr plus 67“ leicht vorgezogen und hier gerundet.
| Jahrgang | 60. Geburtstag | Regelaltersgrenze | Regelrente ca. |
|---|---|---|---|
| 1957 | 2017 | 66 J. 2 M. (Staffelung) | 2024 |
| 1960 | 2020 | 66 J. 4 M. | 2026/27 |
| 1963 | 2023 | 66 J. 10 M. | 2030 |
| 1964 | 2024 | 67 J. | 2031 |
| 1966 | 2026 | 67 J. | 2033 |
| 1968 | 2028 | 67 J. | 2035 |
| 1969 | 2029 | 67 J. | 2036 |
Die Werte für 1957 und 1960 folgen aus der Staffelung nach den Angaben der Rentenversicherung und der HanseMerkur. Für den verbindlichen Termin im Einzelfall ist die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung maßgeblich.
Ein Rechenbeispiel: Wer 1964 geboren ist, wird 2026 62 Jahre alt. Bis zur Regelrente 2031 sind es fünf Jahre. Mit 45 Versicherungsjahren ist nach Angaben der HanseMerkur (§ 236b SGB VI) ein abschlagsfreier Beginn mit 65 möglich, also 2029. Ein Rentenbeginn mit 63 ist nur mit Abschlägen möglich und setzt 35 Versicherungsjahre voraus. Rechtliche Einzelfragen klärt die Rentenberatung der Deutschen Rentenversicherung.
Eine amtliche Rangliste, welche Jahrgänge bei der Rente „verlieren“, gibt es nicht. Fest steht nur, dass die Jahrgänge ab 1964 die höchste Regelaltersgrenze von 67 Jahren haben.
Wie viele Boomer sind schon im Ruhestand?
Laut IW haben von den über 19 Mio. Babyboomern bereits fünf Millionen das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht (IW-Kurzbericht 39/2026). Das sind etwa 26 % (5 ÷ 19). Rund 14 Mio. beziehungsweise etwa drei Viertel haben die Regelaltersgrenze also noch vor sich. Wegen der Angabe „über 19 Mio.“ ist das eine Näherung.
Die Aussage „Die Boomer gehen jetzt in Rente“ stimmt damit nur für einen Teil der Generation. Der geburtenstärkste Jahrgang 1964 erreicht das Rentenalter erst 2031. Bis 2036 haben alle Boomer rechnerisch die Regelaltersgrenze von 67 erreicht; die Generation ist dann auf etwa 16,5 Mio. Personen geschrumpft (IW, Studie Schüler/Seele, 2025).
Was das für Rente, Pflege und Alltag der Boomer bedeutet
Die Alterung der Boomer verändert die Bevölkerungsstruktur. 2024 war jede fünfte Person 67 Jahre oder älter, 2035 wird es ein Viertel sein, ein Anstieg um 5 Prozentpunkte (Destatis, Pressemitteilung vom 11.12.2025). Bis 2038 steigt die Zahl der Menschen im Rentenalter um mindestens 3,8 Mio. Die Zahl der Hochaltrigen wächst von 6,1 Mio. (2024) auf 8,5 bis 9,8 Mio. im Jahr 2050.
Gleichzeitig sind viele Boomer noch im Beruf. Nach dem Mikrozensus 2025 sind 4,5 Mio. der 60- bis 64-Jährigen erwerbstätig oder suchen Arbeit, die Erwerbsquote beträgt 69,5 %. Bei den 55- bis 59-Jährigen liegt sie bei 85,3 % (Destatis, Pressemitteilung vom 23.06.2026). In den nächsten 15 Jahren erreichen 13,3 Mio. Erwerbspersonen das gesetzliche Rentenalter, bis 2040 gehen dadurch rund 30,0 % der heutigen Erwerbspersonen verloren.
Für die Boomer selbst und ihre Angehörigen heißt das: Der Übergang in den Ruhestand zieht sich über gut zwei Jahrzehnte. Wer 1964 oder später geboren ist, sollte Übergangszeiten, Beitragsjahre und mögliche Abschläge frühzeitig mit der Rentenversicherung prüfen. Wie sich die steigende Zahl Hochaltriger auf Wohnen und Pflege auswirkt, hängt von der Entwicklung des Angebots ab; dazu gibt es bislang keine belastbaren Zahlen.
Häufige Fragen
Welche Jahre gehören zu den Babyboomern?
In Deutschland je nach Quelle 1954 bis 1969 (IW) oder 1957 bis 1968 (Destatis). International gilt 1946 bis 1964.
Warum gab es 1964 einen Babyboom?
1964 war der Höhepunkt einer Welle, die Mitte der 1950er Jahre begann. Danach sanken die Geburten. Die Pille ist ab 1961 zugelassen, der Pillenknick setzte in der alten Bundesrepublik 1968 ein. Das IW nennt als Hauptursache des Rückgangs den gesellschaftlichen Wertewandel.
Welche Jahrgänge sind welche Generation?
Im verbreiteten Marketing-Raster: Babyboomer bis 1964, Generation X 1965 bis 1979, Generation Y 1980 bis 1995, Generation Z 1996 bis 2010. Das Raster ist nicht amtlich und überschneidet sich mit der IW-Definition der Boomer.
Wie nennt man die Generation ab 1970?
Im Marketing-Raster gehört sie zur Generation X, die dort 1965 bis 1979 umfasst. Eine einheitliche amtliche Bezeichnung gibt es nicht.
In welchem Jahr gehen die Babyboomer in Rente?
Das hängt vom Jahrgang ab. Der Jahrgang 1964 erreicht die Regelaltersgrenze 2031, der jüngste Boomer-Jahrgang 1969 im Jahr 2036.
Welche Jahrgänge sind die größten Verlierer bei der Rente?
Eine amtliche Rangliste existiert nicht. Fest steht nur, dass für Jahrgänge ab 1964 die höchste Regelaltersgrenze von 67 Jahren gilt.
Fazit
Wer zwischen 1954 und 1969 geboren ist, gehört nach der IW-Definition zu den Babyboomern, nach der engeren Destatis-Abgrenzung die Jahrgänge 1957 bis 1968. Der Jahrgang 1964 mit 1.357.304 Geburten ist der größte. Entscheidend für die Planung ist weniger die Generationenbezeichnung als der eigene Jahrgang: Die Regelaltersgrenze liegt für den Jahrgang 1960 bei 66 Jahren 4 Monaten und für alle ab 1964 Geborenen bei 67 Jahren. Boomer ab Jahrgang 1964 sollten ihren Rentenbeginn mit der Renteninformation prüfen, besonders wenn 45 Versicherungsjahre erreicht werden und ein früherer abschlagsfreier Start in Frage kommt.
Quellen
- Statistisches Bundesamt · Die Babyboomer: auf dem Gipfel der demografischen Welle (WISTA) · Abruf 09/2026
- Institut der deutschen Wirtschaft · IW-Kurzbericht 39/2026: Die Babyboomer erreichen das Rentenalter · Abruf 09/2026
- Institut der deutschen Wirtschaft · Studie Schüler/Seele zu Babyboomern vor der Regelaltersgrenze · Abruf 09/2026
- Deutsche Rentenversicherung · Rentenlexikon: Altersgrenze · Abruf 09/2026
- Techniker Krankenkasse · Ab welchem Alter in Rente · Abruf 09/2026
- HanseMerkur · Renteneintrittsalter · Abruf 09/2026
- Statistisches Bundesamt · Pressemitteilung Nr. 446 vom 11.12.2025 · Abruf 09/2026
- Statistisches Bundesamt · Pressemitteilung Nr. N039 vom 23.06.2026 · Abruf 09/2026
- Wikipedia · Baby-Boomer · Abruf 09/2026
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