Gleich zum Text

Ratgeber für Menschen ab 60 und ihre Angehörigen.

Schrift zu klein? Halten Sie Strg gedrückt und tippen Sie +, am Mac cmd und +.

Ruhestand leben

Rente, Gesundheit, Wohnen ab 60.

Gesundheit & Fitness

Welche Nüsse sind gesund? 25 g am Tag, Sorten im Vergleich

Eine beste Nuss gibt es nicht. Entscheidend sind die Menge von 25 g am Tag, ungesalzene Ware und bei Paranüssen große Zurückhaltung.

Von Redaktion 7 Minuten Lesezeit

Mit anderen teilen
Holzbrett mit gehackten Nüssen und Messer, daneben Schälchen mit Nussmischung und Gläser mit Nüssen auf grauer Arbeitsfläche
Foto: Shixart1985 / Wikimedia, CC BY 2.0

Welche Nüsse gesund sind? Alle ungesalzenen, ungerösteten: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich eine Portion von 25 g, also eine kleine Handvoll. Eine „gesündeste“ Nuss gibt es nicht, Abwechslung zählt mehr als die Sorte. Nur bei Paranüssen gilt eine Mengengrenze von etwa zwei Stück pro Tag.

Medizinischer Hinweis: Die folgenden Angaben sind allgemeine Ernährungsempfehlungen. Bei Nierenerkrankungen, Nussallergie, Schluckstörungen oder ungewollter Gewichtsabnahme sollte die Nussmenge mit der Hausärztin oder dem Hausarzt abgesprochen werden.

Die Kurzantwort: Es gibt keine „beste“ Nuss

Rankings mit „Platz 1 bis 10“ wirken griffig, nennen aber meist keinen Maßstab. Mal zählt der Eiweißgehalt, mal das Calcium, mal ein einzelner Pflanzenstoff. Manche Behauptungen stammen von Anbietern, die selbst Nüsse verkaufen. Ein Beispiel: Haselnüsse werden gelegentlich als Omega-3-Quelle beworben, dabei bestehen sie vor allem aus einfach ungesättigten Fettsäuren. Auch die Aussage, Pistazien seien „kalorienarm“, ist irreführend: Nüsse liefern insgesamt viel Energie.

Belegt ist ein allgemeiner Zusammenhang: Die DGE schätzt, dass der Verzehr von Nüssen wahrscheinlich das Risiko für koronare Herzkrankheiten senkt (zitiert nach quarks.de). Das gilt für Nüsse insgesamt, nicht für eine bestimmte Sorte. Die DGE zählt bei ihrer Empfehlung ausdrücklich alle Nüsse, Kerne und Samen zusammen (IN FORM / DGE).

Eine botanische Randnotiz: Erdnüsse sind Hülsenfrüchte, Pinienkerne Samen, Kastanien stärkehaltig und fettarm (Herstellerangaben von Épique Raw). Im Alltag werden sie trotzdem wie Nüsse behandelt.

Wie viel am Tag? 25 g in Stück umgerechnet

Die DGE empfiehlt eine Portion Nüsse oder Samen pro Tag, ungesalzen und ungeröstet, entsprechend 25 g (IN FORM / DGE). Auf die Energie umgerechnet ergibt das je nach Sorte rund 150 bis 170 kcal. Der Rechenweg: Walnüsse mit etwa 666 kcal/100 g (Techniker Krankenkasse) ergeben 666 × 0,25 ≈ 166 kcal. Für Nüsse nennt IN FORM / DGE etwa 680 kcal/100 g (im Zusammenhang mit Mangelernährung), das sind rund 170 kcal. Bei Mandeln mit 184 kcal je 30 g (Herstellerangabe) bleiben es 184 × 25/30 ≈ 153 kcal.

Zum Vergleich: Das entspricht ungefähr einer Scheibe Vollkornbrot (99 kcal laut DGE) mit Aufstrich. Wer Nüsse zusätzlich isst, ohne anderes wegzulassen, nimmt also spürbar Energie auf. Sinnvoller ist es, Nüsse an die Stelle von Gebäck oder Chips zu setzen.

SorteRichtwert für 25 gEnergie je 25 g
Walnüsseca. 8 bis 11 Hälftenca. 166 kcal
Mandelnca. 20 bis 24 Stückca. 153 kcal
Paranüssehöchstens 2 Stückca. 170 kcal bei 25 g (nicht empfohlene Menge)

Die Stückzahlen sind Orientierungswerte (nach Angaben von wmn.de) und hängen von der Größe der Nüsse ab. Die kcal-Werte folgen aus den oben genannten Angaben; bei Paranüssen aus 205 kcal je 30 g (Herstellerangabe), also 205 × 25/30 ≈ 171 kcal. Die Zeile Paranüsse zeigt nur den Energiewert einer vollen 25-g-Portion, empfohlen wird diese Menge bei Paranüssen nicht (siehe unten).

Die Nährstoffspannen sind groß: Nüsse enthalten je 100 g laut Techniker Krankenkasse 3 bis 10 g Eiweiß, 17 bis 37 g Fett und 6 bis 35 g Ballaststoffe. Pauschale Angaben wie „600 kcal/100 g“, die gelegentlich zu lesen sind, treffen deshalb nur grob zu. Walnüsse liegen mit 666 kcal darüber, Erdnüsse mit 570 kcal darunter, Kastanien mit rund 200 kcal/100 g (59 kcal je 30 g) weit darunter.

Walnuss, Mandel, Haselnuss, Cashew im Vergleich

Belastbare Sortenunterschiede sind dünn gesät. Folgende Eckdaten je 30 g lassen sich festhalten (Herstellerangaben von Épique Raw, daher nur als grobe Orientierung):

Sorte (30 g)EnergieEiweißBallaststoffe
Mandeln184 kcal6,3 g2,2 g
Walnüsse206 kcal4,4 gk. A.
Paranüsse205 kcalk. A.k. A.
Kastanien59 kcalk. A.k. A.

Für Haselnüsse und Cashews fehlen verlässliche Einzelwerte, deshalb bleiben sie hier ohne Zahlen. Die Frage „Walnuss oder Cashew?“ lässt sich daher nicht mit einem Sieger beantworten. Sinnvoll ist, mehrere Sorten im Wechsel zu essen, weil sich Fettsäuren, Mineralstoffe und Ballaststoffe je nach Nuss unterscheiden.

Auch für die Frage nach „antientzündlichen“ Nüssen gibt es keinen gesicherten Beleg. Die DGE nennt nur den möglichen Nutzen für das Herz. Aussagen zu Krebsrisiko oder Entzündungen ohne Studienangabe, wie sie auf manchen Seiten stehen, sind kein Maßstab.

Paranüsse: Selen und Strahlung, was Behörden sagen

Paranüsse enthalten viel Selen, aber in sehr unterschiedlicher Menge. Die DGE nennt rund 103 µg Selen je 100 g und weist darauf hin, dass der Gehalt je nach Anbaugebiet stark schwankt. Ein Hersteller gibt dagegen 76,2 µg je 30 g an, umgerechnet etwa 254 µg/100 g. Die Werte liegen um den Faktor 2,5 auseinander.

Bei einer angenommenen Nussmasse von 4 bis 5 g (Annahme, nicht belegt) ergibt sich je Nuss eine Spanne von etwa 5 bis 25 µg Selen. Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) schreibt dagegen, eine einzelne Nuss könne den Tagesbedarf von 55 bis 70 µg decken. Beide Aussagen passen nicht zusammen. Deshalb gilt: Der Selengehalt einer einzelnen Paranuss lässt sich nicht verlässlich einschätzen.

  • BZfE: Höchstmenge von etwa zwei Paranüssen pro Tag.
  • Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Maßvoller Verzehr ist für Erwachsene unbedenklich, vom übermäßigen Verzehr wird vorsorglich abgeraten. Eine feste Stückzahl nennt das BfS nicht. Die Selenversorgung über Paranüsse sei nicht gezielt steuerbar.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Bei dauerhaftem Verzehr ist eine Überversorgung mit Selen nicht auszuschließen. Für Nahrungsergänzungsmittel schlägt das BfR höchstens 45 µg Selen pro Tagesdosis vor (frühere Fassung: 40 µg).

Die oft zitierte Aussage „1 bis 2 Stück wegen leichter Radioaktivität“ ist ungenau: Das BfS nennt keine feste Stückzahl, das BZfE spricht von etwa zwei Nüssen. Praktisch ist die BZfE-Grenze von etwa zwei Nüssen pro Tag eine vernünftige Obergrenze. Wer zusätzlich Selenpräparate nimmt, sollte Paranüsse eher meiden.

Nüsse bei Kau- oder Schluckproblemen

Für viele Ältere sind ganze Nüsse mit Zahnersatz oder bei Schluckbeschwerden schwierig. Laut IN FORM / DGE sollten Nüsse bei Kau- und Schluckbeschwerden fein gemahlen sein. Praktische Möglichkeiten sind:

  • gemahlene Mandeln oder Haselnüsse im Müsli, Joghurt oder Haferbrei,
  • Nussmus auf Brot oder im Haferbrei,
  • fein gehackte Nüsse im Quark oder über gedünstetem Gemüse.

Bei Menschen über 80 mit Mangelernährung können Nüsse zusätzlich helfen, weil sie viel Energie auf kleinem Raum liefern (etwa 680 kcal/100 g, IN FORM / DGE). Hier steht nicht die Begrenzung auf 25 g im Vordergrund, sondern die Frage, wie genug Energie aufgenommen wird. Das sollte mit dem Arzt oder einer Ernährungsberatung abgestimmt werden.

Ein Hinweis: Bei Nierenerkrankungen kann die in manchen Nüssen enthaltene Oxalsäure ein Thema sein. Hier gilt: ärztlich klären.

Kaufen und lagern: ungesalzen, kühl, schimmelfrei

Die DGE-Empfehlung bezieht sich auf ungesalzene und ungeröstete Nüsse. Gesalzene, karamellisierte oder gezuckerte Mischungen liefern mehr Salz oder Zucker und zählen nicht in dieselbe Rubrik. Ob Bio- oder konventionelle Ware gesünder ist, lässt sich nicht belegen.

Praktische Lagerregeln:

  • Nüsse in verschlossenen Behältern kühl, dunkel und trocken aufbewahren.
  • Kleinere Packungen kaufen und zügig aufbrauchen, besonders bei bereits geknackten oder gemahlenen Nüssen.
  • Muffig riechende, bitter schmeckende oder sichtbar verfärbte Nüsse entsorgen, ohne Probieren.

Verschimmelte Nüsse können Schimmelpilzgifte (Aflatoxine) enthalten. Als Vorsichtsregel gilt deshalb: im Zweifel wegwerfen.

Häufige Fehler

  • Zu viel auf einmal: Erdnüsse haben etwa 570 kcal/100 g; schon 50 g vor dem Fernseher bringen es auf rund 285 kcal.
  • Paranüsse als Nahrungsergänzung nutzen: Der Selengehalt schwankt zu stark für gezieltes Dosieren.
  • Auf eine einzige „Superfood“-Sorte setzen: Abwechslung deckt mehr Nährstoffe ab.
  • Nüsse zusätzlich zur gewohnten Kost essen: Besser Chips, Kekse oder Süßes ersetzen.

Häufige Fragen

Welche ist die gesündeste Nuss der Welt?

Eine allgemein gültige Spitzenreiterin gibt es nicht. Je nach Maßstab (Eiweiß, Ballaststoffe, Fettsäuren) liegen unterschiedliche Sorten vorn. Die DGE-Empfehlung gilt für alle Nüsse gleichermaßen.

Was ist gesünder, Walnuss oder Cashew?

Für beide gilt die 25-g-Portion. Verlässliche Vergleichsdaten für Cashews fehlen. Walnüsse haben mit etwa 666 kcal/100 g einen hohen Energiegehalt, deshalb zählt auch hier die Menge.

Sind Nüsse antientzündlich?

Das lässt sich nicht belegen. Belegt ist nur der wahrscheinlich günstige Einfluss auf das Risiko für koronare Herzkrankheiten.

Welche Nüsse darf man nicht so oft essen?

Paranüsse: höchstens etwa zwei am Tag (BZfE), wegen des stark schwankenden Selengehalts. Gesalzene und geröstete Nüsse sollten Ausnahmen bleiben.

Fazit

Eine kleine Handvoll ungesalzener Nüsse am Tag, rund 25 g, ist ein gut belegter Baustein für den Speiseplan ab 60. Die Sorte darf wechseln: Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse und Cashews sind geeignete Optionen. Paranüsse bleiben bei höchstens etwa zwei Stück am Tag. Wer schlecht kaut, greift zu gemahlenen Nüssen oder Nussmus. Bei Nierenerkrankungen, Allergie oder Untergewicht lohnt vorab das Gespräch mit dem Arzt.

Quellen

Kennen Sie jemanden, dem dieser Artikel hilft?

Mit anderen teilen

Mehr aus der Rubrik Gesundheit & Fitness